Psychotherapie - Info

Die nachfolgenden Informationen sind hier zusammengefasst und finden sich vollständig unter: www.psychotherapiesuche.de/psychotherapie
 

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen Störungen mit Krankheitswert, dazu zählen unter anderem Depressionen, Ängste, Essstörungen, Zwänge oder psychosomatische Erkrankungen. Es gibt drei verschiedene psychotherapeutischen Verfahren, die von den Krankenkassen finanziert werden. Sie unterscheiden sich sowohl hinsichtlich ihres Verständnisses der Entstehung von psychischen Krankheiten als auch in ihrem Therapiekonzept und der Haltung des Psychotherapeuten.

Die Verhaltenstherapie

geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa indem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen. Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt.

Analytische Psychotherapie

Diese Therapie geht auf Sigmund Freud zurück, basiert auf einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens und ist die älteste Form der Psychotherapie. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren. Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme sind laut Neurosenlehre im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten zu suchen.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass den aktuellen Problemen ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt. Allerdings konzentriert sich diese Therapieform auf die Bearbeitung des so genannten „Zentralen Konflikts“ und sucht auf dieser Basis nach möglichen Ursachen in der Persönlichkeit oder der Vergangenheit des Patienten.

Einige weitere Psychotherapieverfahren, die als "Selbstzahler"
in Anspruch genommen werden können:

Gesprächspsychotherapie nach Rogers

Diese Therapieform gehört zu den humanistischen Ansätzen und wird auch als „klientenzentriert“ bezeichnet. Im Zentrum steht hierbei nicht nur die Symptomatik oder die Entwicklungsgeschichte des Patienten, sondern der Mensch als Ganzes in seiner Lebensumwelt. Es liegt ein Menschenbild zugrunde, nachdem jeder Mensch nach Selbstverwirklichung und Wachstum strebt. 

Gestalttherapie

Die Gestalttherapie nach Perls gehört ebenfalls zu dem humanistischen Psychotherapieformen. Auch hier wird davon ausgegangen, dass der Mensch im Grunde zum Guten und Ganzheitlichen strebt. Der Patient wird bei dieser Methode mit unvollständig verarbeiteten Erfahrungen oder unterdrückten Bedürfnissen konfrontiert, wobei sich die Therapie auf den Zustand des Patienten im hier und jetzt konzentriert.

Systemische Therapie

Es gibt verschiedene Formen der systemischen Therapie, alle stellen jedoch nicht nur den einzelnen Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung, sondern beziehen auch die wichtigsten Bezugspersonen, wie etwa die Familie, sowie die Umgebung des Patienten mit ein. Eine psychische Erkrankung eines einzelnen Patienten wird als ein Symptom für eine Störung im Verhalten- oder Kommunikationsmuster des Systems, d. h. in der Familie oder auch im weiteren Umfeld gesehen.

Psychotherapeutische Berufe

Psychiater
Facharzt für seelische Erkrankungen oder Störungen. Psychiater gehen von der körperlichen Seite an psychische Probleme heran. Nach Abschluss des Medizinstudiums hat er in medizinischen Einrichtungen eine mehrjährige Facharztausbildung zum Psychiater absolviert. In dieser Ausbildung hat er spezielle Kenntnisse über Entstehung und Verlaufsformen von psychischen Krankheiten erworben und gelernt, diese Krankheiten zu behandeln, zumeist mit Medikamenten, den so genannten Psychopharmaka. Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung berechtigt einen Psychiater, auch Psychotherapie auszuüben und neben der Facharztbezeichnung: Psychiater z.B. die Zusatzbezeichnung "Psychotherapie" oder "Psychoanalyse" zu führen.

Ärztliche Psychotherapeuten
haben nach ihrem Studium der Medizin eine psychotherapeutische Zusatzausbildung in einem Richtlinienverfahren (s.o.) angeschlossen und einen entsprechenden Facharzttitel erworben.

Psychologen
Die Berufsbezeichnung "Psychologe" darf nur von Personen geführt werden, die über den Abschluss eines Hochschulstudiums im Fach Psychologie verfügen. 
Nach Abschluss des Psychologiestudiums kann der Psychologe eine mehrjährige psychotherapeutische Ausbildung absolvieren, die ihn für die Ausübung der Psychotherapie qualifiziert. Der so ausgebildete Psychologe kann die staatliche Berufszulassung (Approbation) als Psychologischer Psychotherapeut erhalten.

Psychologische Psychotherapeuten
Der Beruf des Psychologischen Psychotherapeuten ist seit dem 1. Januar 1999 durch das Psychotherapeutengesetz geregelt. Das Gesetz schützt diejenigen, die eine Approbation (Berufszulassung) aufgrund des Psychotherapeutengesetzes (oder als Arzt) mit entsprechender Zusatzausbildung besitzen.

Heilpraktiker für Psychotherapie
Psychotherapeuten nach dem Heilpraktiker-Gesetz HPG
Daneben gibt es eine weitere Erlaubnis zur Heilkunde in Deutschland, die im „Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz)“ von 1939 festgelegt ist. Wer diese Erlaubnis hat, darf ebenfalls heilkundlich Psychotherapie ausüben.

 

Wer sich über Spezialisierungen von Psychotherapeuten informieren will, bevor er einen Psychotherapeuten aufsucht, kann dies beim Psychotherapie-Informations-Dienst (PID) tun.

aus www.bdp-verband.de