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Glaubenssätze

Glaubenssätze und Verhaltensgewohnheiten

Sowohl unsere Kommunikation als auch der Umgang mit eigenen Gefühlen und mit den Gefühlen anderer erlernen wir zunächst in unserer Kindheit und Jugendzeit. Auch Kommunikationsregeln, Glaubensmuster und Verbote werden uns in der Kindheit vermittelt. (Beispiel für einen Glaubenssatz: Ich darf meine wahren Gefühle nicht zeigen, sondern muss brav und angepasst sein.) Solche Glaubensmuster sind für ein Kind überlebensnotwendig, um Liebe zu bekommen. Im Erwachsenenalter sind diese Glaubensmuster häufig immer noch wirksam, obwohl eigentlich überholt.

 

Wir sind durch unsere Erfahrungen in der Kindheit und Jugend geprägt und haben dort unsere "gewohnten" Verhaltensmuster erworben: also die Art, wie wir "in der Welt sind" und mit Belastungen umgehen, wie wir fühlen, denken und Lösungen suchen. Natürlich lernen wir im Laufe unseres Lebens neue Überzeugungen und Gewohnheiten dazu. Aber sie sind uns bewusster und leichter zugänglich als die kindlichen Glaubensmuster. Diese sind oft sehr tief verankert und manchmal völlig unbewusst. Können daher auch nicht so leicht hinterfragt und verändert werden.

 

Kinder brauchen Liebe von ihren Eltern, deshalb würden sie sich auch "verbiegen", um Liebe und Zuwendung zu erhalten. Außerdem können Kinder noch nicht hinterfragen. Sie denken, Mama und Papa sind so groß und stark, sie haben IMMER RECHT. Wenn ein Kind also regelmäßig von den Eltern nonverbal vermittelt oder direkt gesagt bekommt: "Du bist ein böses, schlechtes Mädchen!" Was passiert? Es wird es irgendwann "GLAUBEN", weil es nicht hinterfragen kann und auf die Eltern angewiesen ist. Es wird glauben und verinnerlichen, dass es "nichts wert" ist. Und dass es nur dann geliebt wird, wenn es brav und gehorsam ist.....

 

Nun hat die Natur uns die Pubertät geschenkt, wo wir die Meinungen der Eltern hinterfragen können und uns ein eigenes Weltverständnis bilden können. :-) Manch einem gelingt es, sich dann tatsächlich von den kindlichen Glaubensmustern zu lösen und neue zu formulieren. So sollte es zumindest sein. Aber wenn die alten Muster so tief verankert sind und die Pubertät auch nicht richtig gelebt werden kann, bleiben viele junge Erwachsene an ihren alten Prägungen hängen.

 

Es geht nun darum, nachzuforschen, welche ungünstigen "Glaubensmuster" wir in der Kindheit erworben haben, um diese dann zu überprüfen und ggfs. neu zu formulieren. Dies allein tut oft schon gut, aber es braucht etwas mehr, um den neuen Glaubenssatz auch zu einer tiefen inneren Überzeugung werden zu lassen: "Ich bin okay, so wie ich bin. :-)" Es braucht Übung und es ist notwendig, sich die neue innere Haltung immer wieder bewusst zu machen und sich dabei "gut zu fühlen".

 

Wie arbeitet unser hochkomplexes Denkorgan: das Gehirn?

Die alten Denk- und Glaubensmuster sind zu einer festen Gewohnheit geworden. Deshalb möchte ich nun erklären, wie das zu verstehen ist: Unser Gehirn ist ein hochkomplexes Organ und es funktioniert sehr ökonomisch. Mit unserem Wachbewusstsein verarbeiten wir blitzschnell unsere Situationswahrnehmungen und treffen Entscheidungen, nutzen dabei höhere Denkprozesse..... Und damit unser Gehirn dafür genug Freiraum hat und nicht überlastet ist, werden die meisten alltäglichen Handlungen in Gewohnheiten überführt, sodass wir das automatisch machen und nicht jedes mal darüber "nachdenken" müssen. Das betrifft auch unser "gewohnheitsmäßiges" Fühlen, Denken und Handeln. Diese Verhaltensgewohnheiten müssen dann nicht mehr hinterfragt werden. Es entsteht Routine und dies entlastet das Gehirn, damit es sich komplexeren Dingen zuwenden kann und mehr Raum dafür hat: zB eine schwierige Entscheidung zu treffen.

 

Zum Beispiel: Wenn jemand gerade lernt, mit dem Fahrrad zu fahren, arbeitet das Gehirn auf Hochtouren, um die notwendigen Bewegungsabläufe bewusst zu verstehen und zu koordinieren. Später wird es automatisiert und wir müssen nicht mehr darüber nachdenken, wie wir die Pedale benutzen müssen. Wir können unsere Aufmerksamkeit nun voll und ganz auf den Straßenverkehr richten.

 

Ein weiteres Beispiel für ein unbewusstes bzw. automatisiertes Gewohnheitsmuster:

in einer Küche befindet sich an der Decke eine Lampe mit einem Schirm aus massivem Glas. Nun ist die Halterung kaputt gegangen und die Lampe hängt sehr weit herunter bis in Kopfhöhe. Die Person, die dort wohnt, war es gewohnt bei Betreten der Küche stets schnell unter der Lampe hindurch zu laufen. Jetzt hat sie sich aber 2- 3 Mal den Schädel heftigst gestoßen. Okay, was macht sie? Sie gewöhnt sich daran, in einem Bogen um die Lampe herum zu gehen. Dann kommt nach ein paar Wochen endlich ein Freund und repariert das Ding, hängt also wieder hoch genug. Und was passiert jetzt? Die Person macht weiterhin aus Gewohnheit einen Bogen um die Lampe, obwohl das jetzt nicht mehr nötig ist. Sie muss das bewusste Denken einsetzen, um diese Gewohnheit wieder zu ändern. Fazit: Wir sind uns bestimmter automatisiert ablaufender Gewohnheiten überhaupt nicht bewusst. Und das bezieht sich auch auf unsere inneren Überzeugungen, welche dann zu einer inneren Haltung werden und damit unsere Gefühle und Handlungen beeinflussen.

 

Was nun beispielsweise das Thema Partnerschaft betrifft, scheint es so zu sein, dass wir alle unsere "ungelösten" Themen aus unserer Kindheit in die Partnerschaft mit einbringen. Oft finden /wählen wir dann unbewusst den entsprechend passenden Partner, der diese Themen dann bei uns auslöst, wie ein Spiegel. Es laufen dann unsere unbewussten "Programme" bzw. gewohnten Verhaltensweisen ab, die wir in der Kindheit oder Pubertät erworben haben.

Vogel
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Vogel

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